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Fundstelle: Startseite / Universitätsklinikum Essen (Protonentherapiezentrum)
Adresse (URL): http://www.ppp-nrw.de/pilotprojekte/kliniken/essen/uniklinik_essen_protonentherapie_start.php
Protonentherapie ist eine innovative Form der Strahlentherapie, die eine optimale Behandlung von Tumoren in empfindlichen Gewebsregionen ermöglicht. Dass sich diese Therapie, mit der weltweit bereits über 40.000 Patienten behandelt wurden, bislang kaum in Deutschland etablieren konnte, liegt vor allem an den hohen Investitionskosten und den technischen Risiken während des Betriebs.
Beide Hürden wurden mittels eines ÖPP-Ansatzes gemeistert, der ebenso innovativ ist wie die Therapie selbst: Finanzierung, Planung, Errichtung sowie der nicht-medizinische Betrieb (Instandhaltung Protonentherapieanlage, Medizintechnik und Gebäude, Reinigung und Entsorgung, Hausmeisterdienste) wurden in die Hände eines privaten Bieterkonsortiums gelegt, welches das betriebsfertige Protonentherapiezentrum vermietet und dabei dessen technische Verfügbarkeit garantiert. Der medizinische Betrieb erfolgt durch die WPE GmbH, eine gemeinnützige Tochtergesellschaft des Universitätsklinikums, und bleibt damit als Kernkompetenz des Klinikums in dessen alleinigem Verantwortungsbereich.
Das privat aufgebrachte Finanzierungsvolumen beträgt 136 Mio. Euro. Nach der Gesamtfertigstellung beträgt die Laufzeit des anschließenden Vertrages 15 Jahre. Das Projektvolumen beläuft sich auf weit mehr als 300 Mio. Euro. Damit ist das WPE nicht nur das erste PPP-Projekt im Gesundheitswesen, sondern auch das bislang größte Einzel-PPP-Projekt im Hochbau in Deutschland.
Trotz der Komplexität dieses High Tech-Projektes wurde der gesamte Vergabeprozess in nur 17 Monaten absolviert. Die europaweite Ausschreibung startete Ende Januar 2005. Am 27. Juni 2006 fand die Vertragsunterzeichnung mit den privaten Partnern, der STRIBA Protonentherapiezentrum Essen GmbH, einem Joint Venture der STRABAG Development GmbH und der Ion Beam Applications (IBA) S.A., sowie den syndizierenden Banken, Deutsche Bank und Fortis Bank, statt. Im November 2006 erfolgte der erste Spatenstich, unmittelbar danach begannen die Bauarbeiten.
In medizinischer Hinsicht ermöglicht das WPE dem Universitätsklinikum den weiteren Ausbau des renommierten onkologischen Schwerpunktes (u.a. onkologische Chirurgie, Knochenmarktransplantation, Chemotherapie, Brachytherapie und konventionelle Strahlentherapie). Neben drei Therapieplätzen für tief gelegene Tumoren (Gantries) entsteht ein Augentherapieplatz (Fixbeam). Bei Volllastbetrieb können jährlich ca. 2.000 Patienten behandelt werden. Besonderes Augenmerk legt das WPE als erstes universitäres Protonentherapiezentrum in Deutschland auf die wissenschaftliche Weiterentwicklung der Protonentherapie, die in Zusammenarbeit mit führenden Krankenkassen vorangetrieben werden soll.
Aus wirtschaftlicher Sicht hat das Projekt einen hohen Stellenwert nicht nur für das Klinikum, sondern auch für das Ruhrgebiet und Nordrhein-Westfalen: Neben der Entstehung von über 100 qualifizierten Arbeitsplätzen im Zentrum selbst werden positive Beschäftigungseffekte für die gesamte Region erwartet, u.a. durch Ausweitung des internationalen Patienten- und Wissenschaftstourismus.
Ansprechpartner des Universitätsklinikum Essen:
Herr Kai Züger
Tel.: 0201 / 723-2324
Fax: 0201 / 723-5806
E-Mail kai.zueger@uk-essen.de