Wo PPP in Deutschland schon funktioniert, Finanzreport 01/2002
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01.01.02

Wo PPP in Deutschland schon funktioniert, Finanzreport 01/2002.

Pressemeldungen, Aktuelle Meldungen


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Wo PPP in Deutschland schon funktioniert, Finanzreport 01/2002

Wo PPP in Deutschland schon funktioniert

Erste Projekte zeigen: das Public-Private-Partnership-Prinzip bewährt sich auch in Deutschland. In der Nähe von Lübeck beispielsweise graben die Baufirmen Hochtief Projektentwicklung GmbH, Essen, und die Wiesbadener Bilfinger Berger BOT GmbH den so genannten Herrentunnel. Der wird eine marode Klappbrücke ersetzen, über die Autofahrer derzeit von einem Ufer der Trave zum anderen kommen. In drei Jahren soll der Tunnel geöffnet werden. Wer ihn nutzen will, muss zwar eine Maut zahlen, erspart sich aber die lästigen Wartezeiten. 150 Millionen Euro sind für den Bau veranschlagt; davon übernimmt der Bund rund 86 Millionen Euro. Den Rest wollen die Firmen über die Nutzungsgebühr refinanzieren. 30 Jahre lang dürfen sie die Maut kassieren. Danach gehört der Tunnel der Stadt Lübeck für die öffentliche Hand auf jeden Fall ein gutes Geschäft.
30 Jahre Nutzungsrecht, anschließend wird die Stadt zum Besitzer nach diesem Muster läuft auch der Bau des Warnow-Tunnels in Rostock. Der französische Baukonzern Bouygues S.A. finanziert das über 200 Millionen Euro teure Projekt überwiegend. Auch hier wird für die Autofahrer eine Maut fällig. Trotzdem erwarten die Planer, dass täglich mehrere zehntausend Wagen durch den Tunnel fahren. Unter der Internetadresse www.warnowquerung.de* lassen sich die Baufortschritte übrigens per Webcam live verfolgen.
Erfolgreich kooperieren Wirtschaft und Staat auch beim Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH mit Sitz in Saarbrücken und Kaiserslautern. Die DFKI ist eine gemeinnützige GmbH die Gesellschafter sind neben Firmen wie dem Softwarehersteller SAP AG und dem Autokonzern Daimler-Chrysler auch zwei Universitäten und die Fraunhofer-Gesellschaft.
Damit stelle das DFKI eine nicht häufig praktizierte Form der partnerschaftlichen Zusammenarbeit von privaten Firmen und von öffentlichen Körperschaften dar, lobte der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Jürgen Zöllner. Ein interessantes Beispiel für Public Private Partnership, das sich zumindest für DFKI-Leiter Professor Wolfgang Wahlster schon bezahlt gemacht hat: Er erhielt im vergangenen Jahr den renommierten Deutschen Zukunftspreis.

 

*Die für die Bauzeit aufgestellten Webcams sind mittlerweile abgebaut. Heute verbirgt sich hinter der Internetadresse das Angebot des Betreibers.